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Förderstedt

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Wappen Förderstedt

Förderstedt wird im Jahre 1226 zuerst urkundlich erwähnt, und zwar als der Burggraf von Magdeburg mit dem dortigen Domprobst einen Vertrag abschließt. Auf diesem lautet der Ortsname „Verderekstede“, jedoch wird er als Federichsstedt“ gedeutet. Der Gründer der ersten Siedlung kann also ein germanischer Stammeshäuptling mit dem Namen Frederich gewesen sein. Ortsnamen mit der Endung -stedt deuten auf einen Landnamen durch von Norden eingewanderte Stämme hin. Auf eine frühzeitliche Besiedlung weist der Fund eines Werkzeuges der Brandkeramik (etwa 3000 v.d. Zeitrechnung), ein Schuhleistenkeil, auf dem „Klei“ in Förderstedt hin. Nach mündlichen Überlieferungen soll Förderstedt nach dem Untergang der benachbarten Orte entstanden sein.

Förderstedt liegt 80 m über dem Meeresspiegel an einem gegen den Marbegraben leicht abfallenden Hang. Es war dem Domkapitel in Magdeburg unterstellt. Gelegen an der ehemaligen Reichsstraße von Magdeburg nach Leipzig, wo zahlreiche Salztransporte über die holprigen Straßen führten, entwickelte sich neben der Landwirtschaft mit guten Bördeboden die Kalkindustrie sowie die Braunkohleförderung. Zahlreiche Seen welche auf Tagesbrüche zurückzuführen sind, weisen heute auf den Braunkohlebergbau hin. Der Siedlungskern Förderstedts entstand auf dem Gelände zwischen der heutigen „Bobie“ und „Hinter der Achte“. Diese erste Siedlung hatte drei Straßen, die „Kleine Straße“, die „Große Straße“ und die „Bobie“. Geschützt war das Siedlungsgebiet durch eine Ringmauer, Türme und zwei Tore. Das „Kleine Tor“ stand in der „Kleinen Straße“, der heutigen „Calbeschen Straße“ (Höhe der Wohnungsbaugesellschaft). Oberhalb der „Calbeschen Straße“ (Kaufhaus „Wickmann & Polehn“) befand sich das „Große Tor“. Die alten Befestigungsanlagen wurden im 18./19. Jhd. nach und nach abgetragen.

Im Ort befanden sich Fachwerkbauten und Türme. Diese Türme bestanden aus festem Mauerwerk und einer harten Abdeckung. Sie dienten zum Schutz für die Einwohner bei Bränden. Außerdem wurden in diesen Türmen – auch Spieker genannt – Saatkorn, Lebensmittel, Kleidung, Wäsche und Wertsachen der Bauern aufbewahrt. Später dienten sie als Taubenschlag und Gerätekammer. Heute stehen sie unter Denkmalschutz. So befindet sich noch ein Taubenturm auf dem Bauernhof in der Großen Str. Nr. 16.

Bei dieser Burg handelt es sich um den ehemaligen Gasthof „Zum Adler“ (Schnock“, der in jüngster Zeit in „Bördehof“ umbenannt wurde. In der heutigen Zeit befindet sich an dieser Stelle das Rathaus. In seinen Grundmauern ist es ein uraltes Gebäude, in dem der Erzbischof von Magdeburg eine berittene Polizeigruppe hielt. Im Erdgeschoss befanden sich vier Pferdeställe. Die Mannschaftsstuben lagen darüber und zwar im 1. Stockwerk. Die Reiter hatten die Aufgabe, das einfache Volk niederzuhalten, aber auch die Kaufmannswagen und die Reisenden auf den Straßen vor räuberischem Gesindel zu schützen und Geleit bis zum nächsten Ort zu geben. Der damals abgerissene Saal war früher Stall für 80 – 100 Pferde.

Nach dem 30jährigen Krieg dienten die Gebäude als Herberge für die vorbeiziehenden Frachter (Frachtbahnhof). Solche Frachterbahnhöfe waren z.B. auch der „Hamster“ und die „Tanne“ an der Heerstraße nach Magdeburg. Als im Jahre 1856 die Eisenbahn Schönebeck – Staßfurt gebaut wurde, kam der Frachtverkehr zum Erliegen. Die im Jahre 1970 abgerissene Gemeindeschenke gehörte mit zu den ältesten Häusern Förderstedts. Vor diesem Gebäude befand sich ein großer Brunnen, und als in Förderstedt Wassermangel eintrat, war er die wichtigste Wasserentnahmestelle für die Einwohner. Die große eiserne Pumpe wurde erst nach 1945 entfernt. Heute erinnert ein großer Findling aus des Spitze Wasser rieselt an diese Stelle.

Förderstedt liegt ca. 14 km von der Kreisstadt Bernburg entfernt. Bis zum Zentrum der Landeshauptstadt Magdeburg sind es ca. 31 km. Das Ortsbild in Förderstedt hat sich in der Neuzeit wesentlich verändert. So wurden nach 1990 zahlreiche Straßen, wie die Neue Straße, Kirchhofstraße, Burgstraße, Marbestraße, Hinter der Achte, Triftweg, Am Klei, Athenslebener Weg, Mühlenstraße, Feldstraße und die Bahnhofstraße grundhaft erneuert. Auch entstanden verschiedene Neubauten bzw. die Gebäude wurden grundhaft um- und ausgebaut. Dazu gehören die Grundschule, die Mehrzwecksporthalle, ein sozialer Wohnblock mit 30 Wohnungen, eine neue Sparkassenfiliale, die Sekundarschule und das Sportlerheim. Auch der Sitz der Gemeindeverwaltung wurde grundhaft saniert und zusammen mit dem Marktplatz bildet er einen schönen Blickfang im Ort. Gleich neben dem Marktplatz sind die Marmorskulpturen „Familie“ des Bildhauers Wolfgang Roßdeutscher zu sehen. Das Wohngebiet „Hinter den Gärten“ wurde mit einer Fläche von rund 45.000 m² für Eigenheime erschlossen.

Interessenten können hier die in ruhiger Lage liegenden Bauflächen zum Eigenheimbau erwerben. Zahlreiche Vereine bieten der Bevölkerung eine aktive Freizeitgestaltung und beteiligen sich rege am kulturellen Leben im Ort. Des Weiteren beteiligt sich auch die Feuerwehr neben ihrer eigentlichen Aufgabe der Brandbekämpfung und Unfallrettung rege am örtlichen Gemeinschaftsleben. Förderstedt verfügt über folgende Einrichtungen: Gemeindeverwaltung, Grund- und Sekundarschule, Kindertagesstätte, Zahnarzt, Allgemeinmediziner, 2 Supermärkte, Drogeriemarkt, 3 Blumenläden, 2 Friseure, Apotheke, Sparkasse und 3 Gaststätten.

Heiliger Mauritius, der eine Fahnenlanze hält und sich auf ein Schild stützt, begleitet von geschrägten Bergeisen. 
Mauritius war Anführer einer Tehbäischen Legion, deren Mitglieder wegen ihres Christlichen Glaubens und ihrer Weigerung Göttern zu opfern, sämtliche auf Befehl Kaiser Maximilian Herkuleus zwischen 285 und 302 auf einen Zug nach Gallien in Auganum an der Rhone, dem heutigen Saint-Maurice im Schweizer Kanton Wallis fast alle enthauptet wurden. Bei dem Entwurf eines Wappens für die Gemeinde Förderstedt in den neunziger Jahren des 20. Jahrhundert, hat man sich auf alte Traditionen bezogen. Der heilige Mauritius war nachweislich im Mittelalter im Gerichtssiegel der Gemeinde Förderstedt enthalten. Förderstedt gehörte zum Erzbistum Magdeburg, deshalb die Farben des Schildes Rot und Silber. An die Bergbautradition des Ortes sollen die Bergeisen, Hammer und Schlägel erinnern.

Ortsteil der Stadt Staßfurt

Quelle: www.stassfurt.de

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