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Geschichtsverein und Straßenbahn

Für die Fotogalerie des TW 20 klicken Sie hier

Der Staßfurter Geschichtsverein hat die Ausgestaltung und Sanierung des Staßfurter Straßenbahntriebwagens TW 20, Typ ET 54 übernommen.

Es war die Idee des Geschäftsführers der Staßfurter Stadtwerke, zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand etwas Bleibendes für Staßfurt zu schaffen. Sein Interesse von jeher galt der Straßenbahngeschichte. Erstens war seine Mutter selbst jahrelang bei der Straßenbahn tätig und zweitens hatte der Aufbau der Stadtwerke im ehemaligen Depot der Staßfurter Straßenbahn traditionelle Aspekte und Werte. Das Ziel des Geschäftsführers war es, für Staßfurt einen Straßenbahnwagen zu erwerben und ihn als Ausstellungsbereich zu nutzen. Gemeinsam mit dem Geschichtsverein wurde sozusagen hinter den Kulissen die Idee angepackt. Statt Geschenken wünschte sich der Geschäftsführer Geldspenden für vorgesehene Sanierungsarbeiten. Der Straßenbahnwagen wurde aus Naumburg erworben und soll nun als Informationsstand ausgebaut werden.

1.Kurze Chronologie der Staßfurter Straßenbahngeschichte:

Der Kalibergbau  und die daraus hervorgegangenen weiterverarbeitenden Betriebe in Staßfurt brachten eine explosionsartige Bevölkerungsentwicklung mit sich. Ende 1900 hatte Staßfurt etwa 20000 Einwohner. Arbeiter und Bergleute mussten von ihren Wohnstätten zu ihren Arbeitsstellen in und um Staßfurt. Teils stundenlange Hin-und Rückfahrwege waren wenig akzeptabel. Deshalb suchte die Stadt nach einem geeigneten Transportmittel und wurde
schließlich fündig : die Straßenbahn !

24.12.1898 – Der Magistrat der Stadt Staßfurt schließt einen Vertrag mit der "Continental Eisenbahnbau – und Betriebsgesellschaft" in Berlin mit dem Ziel der Errichtung einer Straßenbahn in Staßfurt. Die vorgesehene Fahrstrecke war von Löderburg über Staßfurt nach Hecklingen.

14.01.1899 – Die "Continentale" erhält die Konzession zum Bau der Bahn Anfang 1900 – Fertigstellung des neuen Straßenbahndepots am heutigen Standort der Stadtwerke im Athenslebener Weg. Anfangsbestand:12 Motorwagen und 9 Anhänger.

07.04.1900 – Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke von Schacht Achenbach bis Hecklingen. Eine Nebenstrecke gab es vom so genannten "Kölner Platz" (Fläche Einmündung Wassertorstraße-Steinstraße) bis zum Bahnhof.

01.07.1900 – Inbetriebnahme der Strecke Achenbach-Neustaßfurt-Löderburg. Damit betrug die gesamte Streckennetzlänge etwa 10 Kilometer.

22.10.1912 – Die "Continentale" Berlin schließt mit der  "Continental Gas Gesellschaft Dessau", die sich mit der Erzeugung von Stadtgas befasste, einen Vertrag über die Nutzung der Straßenbahn. Ergebnis war die Gründung der "Staßfurter Licht – und Kraftwerke AG" als neuer Betreiber der  Bahn.

01.01.1951 – Übernahme der Rechtsträgerschaft durch den Rat der Stadt Staßfurt.

31.12.1957 – Einstellung des Straßenbahnbetriebes – den Personentransport übernahmen fortan Omnibusse.

2.Hier noch einige zeitliche und technische Daten des Wagens:

1954 für Staßfurt als TW Nr.20 vom VEB Waggonbau Gotha erworben. Der Wagen war der erste Neubau für die                     Staßfurter Straßenbahn.

1958 von Staßfurt nach Magdeburg abgegeben. Dort erhielt er ein neues Fahrgestell für Regelspur1435 mm, neu benannt als Nr.50 bei den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB).

1964 Umbau zum Einrichtungswagen

1968 umgezeichnet in Nr.11

1970 Umbau im RAW Schöneweide (Generalreparatur)

1973 umbenannt in Nr.420 (Nummernserie Gotha-Wagen bei den MVB)

1977 Umzug nach Gera, dort Nr.138, Fahrgestelltausch auf Schmalspur 1000mm.

1983 Umzug nach Naumburg als Nr.25

1993 Nutzung als Cafewagen im dortigen Senioren-und Pflegeheim Luisenhaus

2010 Rückführung an seine erste Wirkungsstätte nach Staßfurt, in das ehemalige Depot, jetzt Stadtwerke. Der Wagen verfügte ursprünglich  über 22 Polstersitze, hatte 37 Stehplätze (als Einrichtungswagen 54 Stehplätze). Seine Motorisierung bestand aus 2 Motoren zu je 60kW, LEW Typ EM 60/600. Er besaß einen sogenannten Nockenfahrschalter mit verlängertem Kurbelweg, Hersteller LEW, Typ StNFB 1F2.

An dieser Stelle gilt nochmals der besondere Dank für sein engagiertes Wirken dem nun ehemaligen Geschäftsführer der Stadtwerke, Volker Schulz (auch Mitglied des Geschichtsvereins), ebenso allen beteiligten Mitarbeitern, stellvertretend genannt Elke Heitmann, sowie dem Transportunternehmen Betzitza aus Naumburg.

Zeitungsartikel aus der örtlichen Presse zu diesem Thema:

   

Fotogalerie des TW 20 nach der Restaurierung.

Standort Gelände der Staßfurter Stadtwerke.

(eingestellt am 25.Mai 2013)

Diese Winterstimmung wurde zur Verfügung
gestellt von Frau Hannelore Gaede, alle anderen
Fotos von R.Schäfer

  

  

  

  

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